Zu den drei kleineren Städten fuhren wir mit MY De Swel in den ersten Maiwochen unseres Aufenthaltes in Friesland. In den Städten war es ruhig. Liegeplätze für Gastboote gab es genügend. Der Tourismus war noch fern. Mit unseren zwei Hunden schlenderten wir jeweils durch die gepflegte Altstadt, kehrten in ein gemütliches Restaurant oder Café ein. Die kleinen Shops fanden besonders bei der weiblichen Person Anklang!

Stavoren
Bis zum 14. Jahrhundert war Stavoren eine angesehene Handelsstadt. Der holländisch-friesische Krieg brachte das Städtchen zum Verfall. Der Hafen und die Deiche konnten nicht mehr unterhalten werden. Der bedeutende Getreidehandel zerfiel. Auf dieser Tatsache basiert die Legende von der Frau von Stavoren. Im 17. Jahrhundert blühte die Stadt wieder auf zur betriebsamen und internationalen Seeschifffahrt. Im 19. Jahrhundert wurde erneut der Niedergang der Schifffahrt eingeläutet. Von dem internationalen Hafen blieb nicht viel übrig.

Stavoren ist heute der Heimathafen der Friese Floot, mit rund zwanzig Traditionsseglern und der Reederei Tallship Aphrodite, mit den exklusivsten Segelkreuzfahrtschiffen der Niederlande.  Fischerei wird in kleinem Stil weiter betrieben.

Der Ortskern bietet mit seinen kleinen, gepflegten Häuschen am Deich den Anblick eines historischen Fischerdorfes. Es gibt kleine Geschäfte und gemütliche Restaurants

Workum
Die Stadt besass einst eine grosse Fischereiflotte, wie Lemmer und Makkum. Im 17. Jahrhundert erlebte sie ihre Blütenzeit. Die Quelle des Wohlstandes waren der Überseehandel und der Verkauf von Aalen nach London. Dort hatten die Workumer sogar ihre eigenen Liegeplätze.

In der über 300 Jahre alten Schiffswerft De Hopp werden bis heute Holzschiffe gebaut und restauriert. Im länglichen Ortskern befinden sich wunderschöne historische Gebäude und der Marktplatz.

Makkum
Die Stadt war ein bedeutendes Produktions- und Handelszentrum der Ziegelfabriken, Steingutherstellungen, Schälmühlen, Schiffswerften und Muschelkalköfen. Mörtelkalk besass eine ausgezeichnete Qualität und wurde unter anderem für den Hausbau im aufstrebenden Amsterdam verwendet.

Seit dem 17. Jahrhundert ist das Städtchen durch Tichelaars Königliche Fayencen (Keramik)  und Fliesenmanufaktur bekannt. Mit einer altüberlieferten Zinnglasur wird ein Glanz und eine Leuchtkraft erreicht, die mit moderner Techniken nicht erzielt werden kann.

Der Bau des Abschlussdeiches (1932) und somit die Abriegelung Makkums vom Wattenmeer hatte eine einschneidende Veränderung der Küste zur Folge. Die Versandung der IJselmeers war der Anfang einer schwierigen Zeit für Makkum, da der Hafen unerreichbar wurde. Makkum ist weltweit bekannt für den Schiffsbau, von kleinen Segel- und Motorbooten bis hin zu den Superyachten für die Reichsten der Welt.

Gleich neben der Schleuse, die ins IJselmeer führt, befindet sich ein kleiner Fischerhafen. Garnelen werden mit flachbodigen Schiffe gefangen. Der Fang wird in der Regel bereits auf dem Schiff abgekocht.

Durch die Stadtmitte führt ein neugestalteter ovaler Platz. Architektonisch fügt er sich ausgezeichnet zwischen die alten Häuserreihen. Restaurants benutzen ihn als Terrasse. Links und rechts gibt es kleinere Shops.

In der Umgebung von Makkum und integriert in das grosse Naturschutzgebiet entstand 1993 das Beach Resort. Unzählige Ferienhäuser, ein vielseitiges Freizeitangebot und Sandstrände bieten Urlaub wie am Meer! Es zieht jährlich tausende Urlauber (am meisten von Deutschland) in das luxuriöse Feriendorf.